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Mittwoch, 26. November 2014

Alte Saline, Bad Reichenhall




Bad Reichenhall mag ja etwas verschlafen wirken; naja, die 'Pensionistenhauptstadt' Deutschlands ...
Aber die Alte Saline ist ein richtig tolles Industriedenkmal.

Bad Reichenhall seems to be something like the Florida of Germany, so many pensioners you get to see there. But here it's not just about the spa, the nice and quiet cafés and the pedestrians zone.
The old saline is a monument of industrial architecture from the 19th century that fascinates your blogger.






Und wenn es dann noch eine neue Nutzung gibt, die der alten Architektur gerecht wird, umso besser.
And so much the better if somebody manages to make real clever use of the old architecture.












Und wenn Ihr Blogger dann auch noch ein Bild an der Wand entdeckt, das er wirklich liebt, wow.
And finally a Markus Prachensky, oil on canvas 1989, on the wall, wow.








 

Mittwoch, 19. November 2014

Bahnhof / Train Station







It's taken six years, now the new train station has been officially reopened; shiny and new, and shiny and old as well, as the historic main building was restored to its former glory.

The formerly neglected eastern access was given style and grandeur:






For more photographs from Der Standard see here.
 
Das lange Warten hat sich gelohnt. Nach sechs Jahren Bauzeit bei laufendem Betrieb ist er offiziell wieder eröffnet. Die Salzburger sind ziemlich glücklich; den meisten Bahnreisenden gefällt er auch. Es war nur wenig Kritik zu lesen.

Freitag, 14. November 2014

Baustelle / Under construction







Wir Salzburger lieben unsere Baustellen; hier der Makartplatz mit der Dreifaltigkeitskirche und einem neu eröffneten Exemplar.
Ihr Blogger liebt sie wegen der wunderbaren Rot- und Leuchtfarben vor würdigem Altstadtgrau – und wir alle lieben sie, weil wir etwas zum Schimpfen haben: über die mangelnde Koordination der Baumaßnahmen, über das ohnehin fehlende Verkehrskonzept, über den angeblich geplanten 'Stau in Salzburg'. Was die hier verlinkte Verkehrsplattform manchmal betreibt, empfindet Ihr Blogger allerdings als wüste Hetze gegen den grünen Verkehrsstadtrat.
Ihr Blogger begnügt sich damit, sich zur Entlastung im Stau besagten Verkehrsstadtrat vor einem riesigen Kontrollpult (Marke James Bond) vorzustellen, wie er sich wie Rumpelstilzchen über jeden neuen Stau freut – selbstverständlich ist Ihr Blogger seit Jahrzehnten Grünwähler, hat also diesen Stadtrat mit gewählt. Außerdem weiß er, dass für die meisten dieser Leitungsbaumaßnahmen gar nicht der Verkehrsstadtrat zuständig ist.
Zu wünschen wäre ein wirkliches Verkehrskonzept – etwa Individualverkehr raus aus der Innenstadt. Dass der grüne Stadtrat hier nicht so kann wie er will, liegt unter anderem an der Wirtschaftslobby, die so gerne gegen ihn hetzt und ihm die Verantwortung für die Staus in die Schuhe schiebt.

Salzburgers just love their roadwork sites; here Makartplatz, the Church of Holy Trinity and a freshly opened example.
As mentioned before your blogger likes them for their image values, like those reds and fluorescent colours in front of that noble old city grey. But we all also love them because it's lots of reasons to complain – about the lack of coordination, the lack of an overall traffic concept for a city that seems to burst in its seams from all that traffic.
Traffic planning in the city administration is in the hands of a Green Party member; he seems to be one of the best hated persons in town. Your blogger who doesn't own a car but drives one on the job has been voting green for decades. He would love to see our councillor pull through something serious like 'individual traffic out of the city centre' but there is a suspicion: the very people who make the councillor responsible for the traffic jams in the city are the ones that prevent such a concept for economic reasons – call it individual traffic as a holy cow ... 
Without any suspicion against any one of the following – in Salzburg you find the largest Mercedes-Benz dealer in Austria, the head quarters of Porsche Holding, largest dealer of all of the brands of Volkswagen and the largest auto retailer all over Europe, BMW Austria etc.

Sonntag, 2. November 2014

Residenzplatz bei Nacht / Night on Residence Square







What we see here next to the cathedral is called Alte (Old) Residenz. Actually it was built later than 'New' residence. Well, you see, Prince Archbishop Wolf Dietrich intended and planned a whole new layout for the city, and let the old cathedral burn down as a fire came in handily.
Afterwards he had the New residence built so he had a modest place to live while he (well actually he had a few workers to do the job) tore the actual Old residence down.
But then he just didn't get around to finishing the whole job because his chapter (the church and lay nobility that elected the Prince Archbishop) put him in prison. But that's another long story ...

See you later here on this blog!




Mittwoch, 29. Oktober 2014

Die Bullen sind los! / The bulls are breaking loose!









Fuschl bei Salzburg, Hauptquartier von Red Bull.
Danke dem Standard für die wunderbare Überschrift.


Fuschl near Salzburg, world head quarters of Red Bull, the energy drink.
A sculptor set a thundering herd of bronze bulls loose. To get away from that pure power Mrs Blogger at the wheel hit the accelerator.



Freitag, 10. Oktober 2014

Wir basteln uns einen Wiesn-Gabalier, II


Die Wiesn ist vorbei, doch der Salzburger Bauernherbst geht noch bis 28. Oktober – dieser Pracht an trachtiger Ursprünglichkeit, kernigem Volkstum und geschmückter Almabtriebhaftigkeit wollen wir uns nur bestens gekleidet stellen.

In Folge II (hier geht's zu Teil I) zum wichtigsten Kleidungsstück des Trachtenmännchens: der kurzen Lederhose!
Soo kurz trugen sie früher nur Kinder, heute greift sogar das Trachtenweibchen zu diesem wunderbaren Stück:







Diese Lederhose, gesehen bei Kettner, sieht doch gut aus? – Ja, aber!
Wer die Gabalier-Videos genau betrachtet hat, wird es schon wissen: die Träger müssen hängen!

Nun zu einem Problem, mit dem sich unsere Bricolage-Abteilung unter Nutzung kulturkritischer Klassiker bereits seit längerem beschäftigt: der Gender-Frage!
Was geschieht mit dem Trachtenmännchen, wenn nun auch das Weibchen ein traditionell männlich besetztes Kleidungsstück trägt? Es wird empirisch von Verunsicherung berichtet, die durch vermehrtes Maßkrug-Stemmen kompensiert würde.
Theoretisch fundiert spricht man hier von Kastrationsangst und Identitätsverlust.

Wiederum schafft Kettner Abhilfe – das Lacan'sche Imaginäre wird ins Symbolische überführt:






Wenn die Gender-Identität nicht mehr sicher ist, schreiben wir sie mit einem Wort fest!
Genial.

Soo viel für heute, Teil III folgt.

Dienstag, 7. Oktober 2014

Asphalt

Haben Sie schon einmal eine frisch asphaltierte Straße betrachtet? "Urfad, Oida", würden Sie vielleicht antworten, "da fahrt ma doch einfach drüber!"
Hier dagegen – dieser Reichtum an Texturen, Graustufen und dieses Rot! Man könnte ja von Haptik sprechen, wenn dies nicht alles bloß Pixel wären.



How boring a freshly tarmaced street against this richness in textures, grey values, and that particular, bike friendly red! Haptics, one might say, but still, here its only pixels.

Samstag, 4. Oktober 2014

Die Pracht der Tracht. Etwas Kulturgeschichte zwischendurch

Die Trachtensaison 2014 hat begonnen! Der bereits 8. Almdudler Trachtenpärchenball im Wiener Rathaus, der Salzburger Rupertikirtag, das Oktoberfest;  die Aktivitäten des Bauernherbsts werden uns noch lange begleiten und das Straßenbild mit frohen Trachtenpärchen und -gruppen bevölkern.

Der Engel des HErrn und der Rupertikirtag

Tradition

Eine große Tradition: Erzherzog Johann samt Hofmaler und Jodler einsam auf Bergesgipfeln, der Kaiser auf Jagd und Sommerfrische, der Wiener Bürger, alle in feinem Loden von den ersten Wiener Schneidern.
Weitere Blüte nach dem Niedergang der Monarchie – die Trachtkultur bei den Salzburger Festspielen! Gegründet in der heilen Provinzidylle, wenig angekränkelt von Arbeiterbewegung, Spekulation und Inflation. Zwar wurde im Festspielhaus auch der angelsächsische Dramatiker William Shakespeare aufgeführt, doch bei der Auffahrt vor dem festlichen Hause trafen sich der bodenständige Kammersänger Richard Mayr, der jüdische Impresario Reinhardt, die Kammersängerin Maria Cebotari und der literarische Kraftlackel Carl Zuckmayer – in Lederhosen und Dirndl!
Trachtpolitik nach dem kurzen Zwischenspiel der Republik; die original katholisch-österreichische Tracht des Ständestaats und – welch subtiles Spiel der Zeichen! – die weißen Stutzen der illegalen Nazis.


 Niedergang …

Doch was der Zusammenbruch von 1945 nicht vermocht hatte (wie erhebend die Kontinuität der Tracht von den Wien-Filmen während des Krieges zu den Meisterwerken Franz Antels danach), 1968 und die Folgen schienen nun wirklich der Tracht den Garaus zu machen. Jeans, Schlaghosen und schreiend bunte Hemden durchsetzten fast alle Schichten der Bevölkerung; das Volk hatte nur noch wenige Rückzugsorte: Traditionsverbände, die auf Treue und Ehre hielten, und wenige Trachtenmusikkapellen.
Das Trachtengetränk schlechthin, der Almdudler mit seinem archetypischen Trachtenpärchen, zu mischen mit dem urösterreichischen Veltliner, dieser Almdudler musste selbst in Landdiscos dem Rüscherl weichen. Ein doppelt ausländisches Getränk  – USA und Karibik in Cola und Rum!
Weitere Verwerfungen des Zeitgeists galt es zu überstehen, darunter weiße Anzüge in Florida; weiße Linien ungesunden Pulvers – hatte nicht der Österreicher Friedensreich Hundertwasser betont, dass die gerade Linie gottlos sei?

Für Salzburg entwickelt: Bierzelt mit Festungsblick

… und Rückkehr

Doch die triumphale Rückkehr der geschwungenen weißen Linie auf der klassischen Almdudler-Glasflasche war nicht aufzuhalten. War es die US-Immobilienblase, die  Almdudler 2007 dazu bewog, in die Offensive zu gehen – mit dem Trachtenpärchenball! Da hatte die Tracht längst ihre Nischen verlassen; von Drahdiwaberl einst verhöhnt, verließ der ausgeflippte Lodenfreak die Champagnertreffs, ein historisches Coming-out!
Nun fallen regionale und Klassenschranken; die Wiener und Salzburger im Ausseer Land mit ihren Trachten von Tostmann und Lanz verbrüdern sich beim Open Air der Seer mit den Neo-Trachtlern, die innovativ für Crossover sorgen. Endlich: weiße Sneakers und Socken an kurzer Lederhose, darüber das blaue Businesshemd mit aufgekrempelten Ärmeln; die Dirndl-Schürze in pinkem Hochglanz-Satin, darüber ein Leib mit aufgedruckter Schnürung und aufgedrucktem Herz; ein Trendsetter VolksRock’n’Roller Andreas Gabalier – hängende Lederhosenträger zum schwarzen Muscle-Shirt.
Gummistiefel mit trachtigem Bildmotiv, die Badelederhose, auch die Heimatwerke haben den Zug der Zeit erkannt. Der dunkelgrün glänzende Lederrock zur Lodenjacke der schicken Trachtendame – und endlich auch die Dogge des Trachtenpärchens mit festlichem Trachtenhalstuch!

Die Gemeinschaft der Dudler

Tracht international: Der Almdudler Newsroom empfiehlt dem innovativen Wirt trendige Sommerdrinks wie den Almpari, den Almjodler lime oder den Almojito. Der Blogger möchte gerne weitere Vorschläge machen; wie wäre es denn mit dem VodkaBullDodler oder der Bloody AlmMarie? Doch das Eventgetränk schlechthin, vielleicht der Hit für den TP-Ball 2015: Die Almgarita
Zu jeder Runde Almgaritas gibt es Leckstein und Almdudler-Tränke gratis dazu.
Der schwarze österreichische Fußballer, der trachtige Großstädter, der traditionell-ländliche Bierzeltraufer, der Russe mit seinem Häuschen in Kitzbühel, alle treffen sich in Tracht. Sogar der arabische Tourist wurde bereits mit grünem Hütchen gesichtet.
Nur ein paar Raunzer in Schwarz schließen sich noch aus dem Trachten-Ganzen aus; könnte man denen vielleicht mit einer Tracht Prügel helfen?

Ein echter Herr in Tracht. Auf dem Plastiksackerl fehlt allerdings schmerzlich ein Edelweiss.


Ein ernster Nachsatz

Zwei Fundstücke im Zusammenhang mit dem neuen Wiener(!) Oktoberfest, Verzeihung: Wiener Wiesn-Fest lehren Ihren Blogger das Gruseln. Ein Video auf derStandard.at und ein Interview mit der Veranstalterin in der Zeitschrift woman Dirndl, Nr. 10 Herbst 2014.
Wo die Veranstalterin Claudia Wiesner von der "Sehnsucht nach Beständigkeit" in Zeiten "wirtschaftlicher Unsicherheit" spricht, hören wir in den O-Tönen des Standard-Videos von "weil mia Österreicher san" und "do kennan sie die Bayern anhänga".
Hier hört Ihr Blogger nicht mehr die Sehnsucht nach "traditionellen Werten" sprechen, sondern das pure Ressentiment.
Vielleicht ist der nächste Schritt, dem oben zitierten Russen das Tragen einer Lederhose zu verbieten?


Und zur Entlastung noch ein Link: Kabarettist Helmut Schleich im BR-Radio zum Münchener Oktoberfest
http://www.br.de/radio/bayern1/sendungen/am-morgen/schleich-wiesn-oktoberfest-100.html


Freitag, 3. Oktober 2014

Wir basteln uns einen Wiesn-Gabalier, I

Also, Ihr Lieben, bereit? Das letzte Wiesn-Wochende naht!

Arbeitsunterlage: der Tischläufer Wiesn Zauber von Hofer


Wichtig auf der Wiesn: die Bodenhaftung!
Wer das Gabalier-Video genau betrachtet hat, sieht an seinen Füßen solide Berghammerln.
Hand aufs Herz, sieht das nicht ein bisschen ... alt aus?

Wir schlagen zwei Varianten vor:
einmal coole Trachtensneakers von Kettner:


Die andere heißt – wenn schon retro, dann mit Synergie!
Die Achtziger (19...); manche sagen, wer sich daran erinnert, war nicht dabei. Tja, dafür gibt's ja uns und Youtube. My Adidas war einer der großen Hits der Rapper Run DMC. Bis heute gibt es diese wunderbare Kollektion.
Doch wir brauchen auf der Wiesn die echte Crossover Street Credibility – Walk This Way!
Unsere Bricolage-Abteilung hat daher vor ca. 10 Jahren vorausschauend diese farblich leicht trachtig angehauchten Adidas-Sneakers gekauft und in mittelschwerem Gelände gut eingetragen.


Das Entscheidende:
Allfällige Socken weg und – Schuhbänder raus! Sonst gibt's kein Yo, def mon! von den stets korrekt gekleideten Rappern. Natürlich ersparen wir uns auch die neuerdings wieder so beliebten Wadlstrümpf (die gehen zur Not zu den Kettner-Sneakers ...). Wozu hätten wir sonst Beine rasiert und eingeölt?
Nun steht dem coolen Auftritt mit den fetten Beats am Wiesn-Grund nichts mehr im Wege.

Soo viel für heute, Teil II folgt!



Mittwoch, 1. Oktober 2014

O'zapft is!

Der Rupertikirtag mag vorbei sein, aber die Wiesn in München läuft noch.
Also rasch: Amazon hat gerufen: "Kreieren Sie Ihren Wiesn-Look!"
Da wollen wir, das Team für Tracht, Gestaltung, Dekonstruktion und Bricolage nicht zurückstehen.

Bemüht, aber nicht ausrechend! Unterwegs zum Rupertikirtag Salzburg.


Wir werden daher in den nächsten Tagen unseren Kurs  

'Wir basteln uns einen Wiesn-Gabalier'

anbieten.

Zur Vorbereitung sehen wir uns das Video im Gabalier-Link an; und bis morgen sind – auch bei den Herren! – Arme und Beine rasiert und bestens eingeölt.
Dann kann's losgehen!